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Es gibt keine Anlage die eine Gesamtanlageneffektivität von 100 Prozent aufweist, da Anlagenverluste unvermeidbar sind.

Die meisten Unternehmen haben sogar einen Wert von durchschnittlich nur 60 Prozent. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Zielwerte für die Gesamtanlageneffektivität sinnvoll und erstrebenswert sind. In Publikationen sind Zielwerte wie in der folgenden Abbildung aufgeführt:

 

 Kennzahl  Zielwert 
 Verfügbarkeit >90%
 Leistung >95%
 Qualität >99%
 Gesamtanlageneffektivität >85%

 

Diese Zahlen sind aber nur als Richtwerte zu verstehen, da die Höhe der Kennzahl stark vom Anlagentyp abhängig ist.

In der Regel haben vollautomatisierte Maschinen, wie sie zum Beispiel in der Pharmaindustrie zu finden sind, eine höhere OEE als nicht oder teilweise automatisierte Anlagen.

Die Zielwerte sind aber auch an die verschiedenen Berechnungsmethoden der vier Kennzahlen gebunden. Bei gleichen Eingabewerten für den OEE-Wert ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse für den OEE-Wert aufgrund der unterschiedlichen Berechnung der Verfügbarkeit.

Dies verdeutlicht der OEE-Onlinerechner.

Damit ergibt sich für die Gesamtanlageneffektivität folgender Zusammenhang: 1.OEE ≥ 2.OEE ≥ 3.OEE ≥ 4.OEE

 

Diese Rahmenbedingungen erschweren die einheitliche Festlegung von Zielwerten für die Gesamtanlageneffektivität.

Es empfiehlt sich daher, eigene Zahlen vorzugeben, die auf die jeweilige Situation und das Unternehmen zugeschnitten sind.

Dazu werden im ersten Schritt die drei Kennzahlen Verfügbarkeit, Leistung und Qualität inklusive der OEE über mehrere Wochen berechnet. Der höchste Wert aus den Berechnungen wird ermittelt.

Im nächsten Schritt werden Zielvorgaben festgelegt, die sowohl ein Datum als auch Zielwerte beinhalten. Die Zielwerte sollten dabei größer sein als der höchste zuvor errechnete Wert.

Eine Anpassung der Zielwerte ist gegebenenfalls Gegenstand des letzten Schrittes.

Als Resultat erhält das Unternehmen selbst erstellte Vorgaben, die Akzeptanz und Motivation der Mitarbeiter fördern.